Südmarokko ist angesagtes Ziel für Trekker, Mountainbiker, Motor-radfahrer und Busgruppen. Aber wie ist es, als Familie mit zwei Kindern zwei Wochen hierher zu fahren, eine Tour über den hohen Atlas entlang der Straße der Kasbahs und in die Wüste zu machen? Wir finden es heraus: Eberhard (56), Dorothee (48), Leonard (15) und Vincent (12) aus Köln. Was wir erleben, erzählen wir möglichst jeden Tag hier im Blog. Unsere Tour startete am 23.10. in Marrakesch….
1. Tag Marrakesch
Um 11 Uhr morgens stehen wir auf dem Djamâa-el-Fna, dem berühmten Platz mitten in der Altstadt und tauchen ein in die fremde Welt. Bereits am Vormittag kann man ahnen, was abends hier los sein wird. Grüppchen von Schlangenbeschwörern sitzen schon unterm Sonnenschirm in weißen, weiten Jelabas, auf kleinen Hockern oder einfach im Schneidersitz auf dem Boden. Sie spielen Flöte und lassen die Schlangen tanzen: Kobras richten sich wie Synchronschwimmerinnen auf, die aufgeplusterten Hälse drehen alle in dieselbe Richtung. Die Flöten kennen nur hohe Töne, immer drei wallen in einer Endlosschleife auf und ab. Einige Beschwörer halten eine Schlange in der Hand, lässig wie ein aufgerolltes Lasso und warten auf Touristen wie uns. Ein Blickkontakt, ein Lächeln, und schon haben sie uns: „Where are you from, voulez vous photos?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, hat Vincent eine Schlange um den Hals, der Kollege kommt sofort und legt seine Schlange um Leons Hals. Der Schlangenmensch legt den Jungs den Arm um die Schulter und grinst breit. Die Zahnstummel leuchten. Perfektes Photo, macht 5 Dirham, das sind 50 Cent, oder auch 20 Dirham, je nach Verhandlungsgeschick. Weiterlesen






